Pervin genoss seinen Auftritt, gehüllt in einen weiten schwarzen Umhang, der seine Dolche gut verbarg stand er am Treffpunkt der Aufwiegler in San Aurecciani . Er stand selbst hinter einem Altar, aufdem eine verschlossene Holzkiste stand, eine güldene Adlermaske verbarg sein Gesicht.
Die ersten Eintreffenden erhielten noch einen Becher Wein, doch je mehr die Zeit verging, desto nervöser schien der Mann mit der goldenen Maske zu werden. Auch einige der Anwesenden trugen Masken, um ihr Gesicht zu verbergen. Niemand würde gern erkannt werden, auf Verrat an Königin und Vaterland steht bekanntlich die Todessrafe...
Dann war es soweit, langsam senkte sich Schweigen über die Gruppe, behutsam öffnete Pervin die Kiste, zerimoniell hob Pervin daraus eine sicher 2 Stein schwere bronzene Glocke hoch und schlug dagegen und begann nach einsetzender Stille seine wohleinstudierte Rede:
"Liebe Verschwörer, sicherlich fragt ihr euch, warum ich euch nun zusammen rief. Der Grund ist einfach und ich will euch nicht lange auf die Folter spannen." Pervin hatte die Glocke behutsam abgelegt und grtiff erneut in die Truhe und zog in fließender Bewegung eine gespannte Armbrust heraus.
"Ihr seid alle wegen Hochverrat verhaftet!" stieß Pervin zwischen den Zähnen hervor und warf die schwarzen Mantel ab. Darunter trug er den Waffenrock mit dem leuchtenden Goldenen Adler auf blauem Grund, den Waffenrock des O.I.A.A.
Einige der Mitverschwörer taten es ihm gleich, die Verräter waren inmitten von treuen Anhängern der Kaiserin, weitere Wachen stürmten herein, nur zwei der Verräter zogen überhaupt eine Waffe, die meisten ergaben sich kampflos.
"Verräter durchzählen!" durchdrang die Stimme Pervins den Tumult.
"Neun sind es." erwiederte ein Soldat.
"Getrennt Abführen" kam die Antowort.
"Was soll mit ihnen geschehen?" fragte der erste Soldat.
"Ich fürchte mit Bedauern, dass sie alle aus dem Gefängnis entkommen werden ." antwortet Pervin. "Nach der Befragung durch mich!"
"Aber es sind Hochverräter!" protestierte der Soldat.
"Ihr gefallt mir" grinste Pervin. "Aber ich will euch beruhigt wissen. Das sie entkommen ist die Offizielle Variante, so vermeiden wir unnötige Gerichtskosten, einer wird dann in einem Schauprozess gerichtet."
Pervin grifff noch einmal in die Kiste und holte eine Mappe mit versiegelten Dokumenten heraus:
"Das hier beweist ganz eindeutig, daß ein geiwsser À.V. im Auftrag von Südstern gearbeitet hat. Es liegen ausserdem ein Kaperbrief Südsterns bei, wo der Verschörer nur noch den Namen eines Kampitäns eintragen braucht. Eindeutiger geht es nicht!" Pervin gab die Mappe an den jungen Soldaten:
"Diese habt ihr bei einem der Verschwörer gefunden. Der Rest bleibt unter uns beiden. Verstanden? Gut, dann steht deiner Karriere nichts mehr im Wege."
Mehrere Stunden, einige Wahrheitsöle , vielen Drohungen, falschen Versprechungen und Folteranwendungen später waren 8 Verschwörer gerichtet, der letzte und der welcher am wenigsten wusste, am unwichtigsten war, harrte noch in einer Zelle. Die anderen Verschwörer waren erschossen, ihre Leichen würden sich hervorragende Fischköder abgeben. Pervin schmunzelte, keiner würde nach den offiziell entflohenen Hochverrätern fragen und unnötige Zeit die dem Feind nutzen könnte, war gewonnen.
Der junge Soldat stand abwartend im dunkeln Park, es war kurz vor Morgengrauen.
"Gut das ihr wie gebeten hier auf mich gewartet habt. Habt ihr dem Hauptmann die Mappe mit den Dokumenten ausgehändigt?" Der Soldat nickte.
"Und ihr habt unser kleines Geheimnis für euch behalten?" Der Soldat nickte erneut.
"Gut, denn ich bin sicher, es bleibt wirklich geheim." ein leichtes Bedauern huschte über Pervins Gesichszüge und er verfluchte sich innerlich für seine Schwäche (Das Mitleid). Verunsichert schaute der Soldat Pervin an.
Dieser lächelte "Nun schaut nach links, dort keine 100 Schritt entfernt ist das Gefängnis. Pervin deutet auf die Mauer des Gefängnisses und spannt dann seine Armbrust.
"Genau hier sind die Verschwörer auf ihrer Flucht vorbeigekommen. Leider kam dabei eine Wache ums Leben." Pervin schaute dem Soldaten traurig in die Augen, der in dem Moment verstand, wer diese Wache war. Pervin feuerte die Armbrust aus nächster Nähe ab.
"Ihr habt unserem Land treu gedient. Im Leben wie im Tode, aber nur so gehe ich sicher, das unser kleines Geheimnis unter uns bleibt und die Flucht der Verräter echt wirkt. Um euch tut es mir jedoch sehr leid". Pervin schloss dem Soldaten die schreckgeweiteten Augen und legte ihn sanft ins Gras, den Kopf gegen einen Baumstamm gelehnt, die aufgehende Sonne im Gesicht.
Als er ging hob und senkte sich der Brustkorb des Mannes nicht mehr.
Pervin lächelte, nur schade, daß bei dem Fluchtversuch der junge Soldat umgekommen war. Aber das war so besser und wer weiß, bei welcher Frau er mit seinem Wissen angegeben hätte. Er hatte wenigstens keine eigene Familie. Die Meinung der Reichstreuen Presse war eindeutig. Schlagzeilen wie:
"Der Auffiegler der Vergangenheit war ein Spion Südsterns!",
"Hochverräter töteten Wachen auf der Flucht.",
"Augen auf, die Verräter sind unter uns!",
"Meldet jeden Verdacht auf Südsterneragenten oder Verräter in den eigenen Reihen" oder
"Südsterner versuchten das Vertrauen der Bevölkerung in die Kaiserin zu untergraben."
beherrschten tagelang die Zeitungen. So war der Einfluss der von ÀV doppelt gebrochen, die Bevölkerung wieder auf der Seite der Kaiserin und die meisten Mitverschwörer hingerichtet.
Fünf Tage später betrat Pervin in einfache dunkle Kleidung gehüllt eine Schnellsegelkaravelle Richtung Wangalen. Wenn er die Verschwörer hier nicht schlagen würde, dann dort, wo sie sich verkrochen haben. Hinweise hatte er nach der Befragung eines Verschwörers genug gesammelt.