Der Bettler sitzt nur da und macht garnix. Ergo: Das wird weder als positiv noch als negativ wahrgenommen. Ein Schnorrer läuft herum, quatscht die Leute an, belästigt sie manchmal. Das wird vom Normalbürger als negativ wahrgenommen.
Macht also schon Sinn.
Mein Name ist Hose!
Wer anderen eine Grube gräbt, der ... ist ein Zwerg.
Wobei ein Bettler auch negativen Ruhm bekommen sollte. Aber halt nicht so schnell wie der Schnorrer. Hat schonmal jemand positiv über einen Bettler gedacht? Ich nicht, im Gegenteil. Ich kann auch nicht neutral über sie denken. Wenn die sich mit einem Bild ihrer Kinder hinsetzen und die Hand aufhalten, dann verlieren die bei mir unter Garantie an Ruhm.
Nein, das geht schon in Ordnung, dass sie keinen negativen Ruhm bekommen. Es ist etwas unklar, weil wir vom heutigen Sozialstaat ausgehen. Im Mittelalter hatten die Bettler aber eine andere Bedeutung. Dort waren sie wirklich die armen Leute, die um ihr Überleben bangen mussten, weil sie verstümmelt oder verkrüppelt waren, arm geboren und ohne Chance, sich den Lebensunterhalt in irgendeiner Form zu verdienen. Die normalen Leute haben es da als eine soziale - und religiöse -Pflicht empfunden, ihnen Almosen zu geben. Dabei erntete der Geber den Ruhm, denn je mehr Almosen jemand gab, desto angesehener war er, weil er sich um die Hilfsbedürftigen kümmerte. In den mittelalterlichen Epen ist diese Praxis zwar extrem übertrieben dargestellt worden - da bleiben die Edelsteine, die von Waffen und Rüstungen beim Tunier abgeschlagen werden, schon mal als Almosen auf dem Tunierplatz liegen und wertvolle Kleidung wird an die Armen verschenkt -, aber die Grundlage stimmte schon.
Als Schnorrer bezeichnen wir doch heute eher jemanden, der Geld hat - oder haben könnte -, aber trotzdem lieber auf Kosten von anderen lebt.
Vielleicht sollten wir zugunsten der Geldverbrennung hier im Spiel mal ein paar NPC-Bettler einführen, die den Ruhm des Gebers steigern helfen. So etwas wie ein Armenviertel mit einem Tempel, indem man Almosen abgeben kann.