Werdegänge, Heldengeschichten

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Werdegänge, Heldengeschichten

Beitragvon RiiNagaja » So 01 Mär, 2026 15:13

Hallo, ich hatte vor ein paar Monaten genug Erfahrung über das neue Antamar gesammelt, dass ich mehr Klarheit darüber bekam, auf welche Weise ich dieses Spiel eigentlich spielen will. Zu Beginn war es eher das typische OCD Experiment darin möglichst viele Quests nicht zu verpassen, munchkinartig schnell zu wachsen und alles zu steigern, aber nun ging es mir eher darum einen interessanten Lebensweg für einen Helden zu beschreiben. Das heißt daher, echtes RP, ohne Rücksicht darauf was man verpasst, und wie ineffizient Aktionen sind, was das Spiel deutlich entspannter und auch interessanter für mich macht.
Ich habe zwei davon zunächst in "Notizen" stichpunktartig dokumentiert um mich erinnern zu können, bis es irgendwann in eine eigene Geschichtenerzählung auswuchs. Jetzt bin ich bei beiden an einem Punkt, wo sie ihre "Jugend" (einmal wörtlich, einmal nicht) hinter sich haben und in das echte Heldenleben einsteigen. Reif genug also, um deren erste Kapitel abzuschließen.

Nr.1 - Gaston von Landsbach
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(Konnte mich letztendlich nie für ein einzelnes Schwert entscheiden)
Spoiler:
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--- Beschränkungen und Anmerkungen---
- Der Charakter fokussiert sich inselbegabungsartig fast ausschließlich auf das Steigern von Zweihandklingen, kampfrelevanten Attributen und auch noch etwas Körperbeherrschung und Akrobatik, sowie natürlich anwachsende Reisetalente wie Geländelauf, Kochen 10, etwas Jagd, Kräuter und Pflanzenkunde. Keinerlei Wildnisleben, Orientierung und nur wenig Sinnesschärfe (6). Keine Zivilisationstalente außer Lehren höher als 6. Ebenso mit Wissen außer etwas Pflanzen- und sonst Kriegskunde. Sprachen außer Muttersprache wenn möglich nichts, sonst bis 6. Kein Handwerk.
- Als weitere Regel für den Charakter ist es ihm außerdem verboten Auftragsbörsen zu nutzen und in irgendeiner Form in Städten zu arbeiten, außer als Zweihandschwertlehrer ab FeW30. Das hieß unter anderem, dass alle Ausrüstung besonders am Anfang nur durch Reiseglück, Zufallskämpfe und Söldnerlager verdient werden konnte, was ihn häufig zum mittellosen Vagabunden zurück degradierte. (Riesenschwerter sind teuer, und Raufen darf kaum gesteigert werden) Gerade das war aber unglaublich viel Spaß. Man fühlt sich, als hätte man jeden Fortschritt und besonders das Endresultat wirklich verdient. (Wer schonmal Kenshi gespielt hat, wird es verstehen.)
- Als Vorbereitung auf benutztes Vokabular unten, verstehe ich außerdem das Spielsystem in einer Art Übersetzungesform von früherem DSA, wo es etwa für bestimmte Talentwerte gewisse Titel gab (Junggeselle, Altgeselle, Meister, etc). Da Antamar vernünftiger Weise breitere Werte hat, ist ein neuer Rang alle 5 FeW anstatt in DSA 3 TaW erreicht. Für Kampf bekommt man so ein Glossar:
(1-5) Dilletant, Hobbyist - "Hat es schon mal gemacht"
(6-10) Rekrut, Miliz, Stadtgardist, Wehrpflichtiger - Grundausbildung absolviert
(11-15) Soldat - Standard für einen Hauptberufler
(16-20) Veteran, professioneller Söldner/ Doppelsöldner - Mehrjährige Praxis oder besonderes Talent
(21-25) Junger Meister, Ausbilder, Korporal(durch Waffentalent) - Hat sämtliche Grundlagen verinnerlicht und zu natürlichen Reflexen gemacht
(26-30) Meister (DSA "Großmeister" ist kein guter Rang) - Übersteigt die Basis durch einen charakteristischen Stil und Einbindung scheinbar kampfferner Talente
(31-35) Vollendung, Wahrer Meister - Stile sind ebenfalls so umfassend studiert, dass ein gehobenes Verständnis zum wahren Kern der Waffenkunst erwächst
(36-40) ?Legendär? - Spoiler
(41+) ??Übermenschlich erscheinend?? - [?clas#sifFiePd]
---

Meisterungstagebuch - "Auf dem Weg zu FeW xy"

FeW 2:
Zwerge erschlugen in Gaston's Beisein mehrere Orks bei Eisentrutz und überließen ihm den Verkauf der Beute, damit er Nachricht über den Orkvorstoß überbringt. Gaston tauschte diese gegen ein Riesenschwert und zog damit Richtung Santo Tiberio, um sich wie gewünscht als Doppelsöldner durchzuschlagen. Hier nahm man ihn zunächst als Tross, doch angedacht seiner hochwertigen Waffe, Plattenhandschuhe und sonst passabler Ausrüstung, ließ der Feldwebel eine Position als herkömmlicher Söldner zu.
A/P 8/4, 3W+5, Rüstungsgewöhnung I

FeW 6:
Gaston behauptete sich überraschend gut. Obwohl in ihm noch immer die Einstellung vorherrschte, dass Kraft und Improvisation alles waren das zum Waffentalent gehört, konnte er in der Tat etwa 3 von 4 Übungskämpfen gewinnen und auch in Schlachten seinen Sold verdienen. Dennoch kam es eventuell zu einer Schlachtenniederlage, und ständiges Gelächter seiner Mitsöldner aufgrund seiner inexistenten Grundlagen nagten schließlich doch an ihm. So zog es ihn nach Sinada, wo eine stangenwaffenorientierte Schule ihm anbot die seiner Waffenwahl verwandte Haltung beizubringen. Nun wusste Gaston darum ständig entweder die Waffe zwischen sich und den Gegner zu bringen, oder anderweitig eine Bedrohung durch Haltung zu forcieren. Korrekte Basishaltung war erreicht, Theorie von Bedrohlichkeit verstanden, aber gute Schwünge waren ihm noch fremd.
A/P 10/6, 3W+5

Bedeutende Ereignisse:
Spoiler:
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OOC:
Generell war es erstaunlich wie fähig ein Held selbst auf Stufe 5 mit FeW6 sein kann, wenn die Waffe allein so mächtig, oder Stärke bereits 19 ist. Viele Kämpfe sind 'alles oder nichts' Situationen. Entweder ruinierende resetknopfartige Niederlagen, oder unfassbare heldenhafte David gegen Goliath Geschichten. Nicht viel dazwischen.
Für eine komische Kollektion aus dieser Zeit siehe hier. Es gab noch viel mehr, -imgrunde alle 30min etwas und besonders mit Wölfen-, aber das reicht.


FeW 12:
Der Erfolg im nächsten Söldnerlager von Arilla war unberechenbar. Obwohl seine Haltung noch fundamental war, machte Talent, Kampfinstinkt und fanatische Motivation genug wett, um nicht nur in Übungskämpfen fast unbesiegt zu sein, sondern auch in mehreren Scharmützeln mit dem Feind, und sogar einer Übermacht bei einem Wagenüberfall hervorzustechen. Über die 12 Perioden der Verpflichtung kulminierte diese Erfolgssträhne schließlich in 3 konsekutiven Schlachterfolgen. Obwohl die Schlachten selbst unentschieden ausgingen, blieb Gaston in seiner Einheit jedes mal der letzte stehende Kämpfer und überwältigte stets 2-3 von 3 Angreifern selbst. Da solche heldenhaftes Kampfgeschick und Entschlossenheit unweigerlich zu tuschelnden Mythos im Lager wurden, veranlasste der Obrist Regimentskommandant schließlich eine bronzene Ordensverleihung vor aller Augen.
Spoiler:
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...Gleich jedoch nach diesem Gipfel von Erfolg und Glück, folgte der Absturz. In einer weiteren Ausscherung wurde Gaston ob seines stolz am Bande präsentierten Ordens von mehreren feindlichen Veteranen herausgepickt und vom Rest der Streitmacht separiert. Er wurde überwältigt, geriet in Gefangenschaft und wurde sämtlichen Habes beraubt.
Erneut beschmäht es nicht mit echten Doppelsöldnern aufnehmen zu können, suchte Gaston die Regionen um Santo Tiberio nach geeigneten Lehrern ab. Jemand musste ihm helfen ein System für die immer noch improvisierten Schwünge seiner unkonventionellen Waffenwahl auszuprägen. Letztendlich schluckte er seinen Stolz herunter, und begann eine herkömliche Soldatenertüchtigung in Lago Alto. Wiederholte stumpfe Schläge ohne Raffinese, Grandiosität oder Heldenaura. Eingeübt tausende Male. Die Bewegungen eingemeiselt in Knochen und Muskeln; natürlich gemacht wie der Atem.
A/P 13/9, 3W+5

Ereignisse:
Spoiler:
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FeW 16:
Nach lauteren Diensterfolgen als endlich legitim ausgebildeter Söldner in Vallerica, Dextruna und bei der Bauerverfolgung durch den Fürsten von Montellon, häuften sich die Reichtümer schnell auf über 200 Gulden in der Vellhafener, als auch etwa 100 Gulden in der Imperialen Handelsbank. Gaston musste erfahren dass allmähliche Fortschritte viel zäher darin waren zu Erfolg zu führen, als die großen Heldentaten des letzten Jahres. Obwohl er sich dieses Mal keinen Orden und damit großes Ansehen vor dem Regiment verdiente, sah sein persönlicher Erfolg wesentlich höher aus. Durch viele voluntäre Missionen und fast Unbesiegtheit in den Übungskämpfen konnte ihm auch niemand Feigheit oder Inkompetenz nachsagen.
Nun war es Zeit den Refenzen zu folgen und der Empfehlung nachzukommen und seine viel zu große Waffenwahl doch bis zum Doppelsöldner Standard in Santo Tiberio zu entwickeln. Hauptmann Javier von der Fremdenlegion respektierte unkonventionelle Kampfstile und fokussierte sich darauf Gastons solide Grundpositionen und nun reichlich vorhandene Felderfahrung durch systematischen Schwächenausgleich zu einem Ganzen zu formen. Angriffe durch extrem nahes Handgemenge z.B. schienen Gaston immer noch zu überraschen, sowie unehrenhafte Kampftaktiken.
In allem zusammen vermischt, sollte sich bereits nach so kurzer Zeit die Technik eines Kriegsveteranen aushärten. Nicht unerwartet, gegeben der natürlichen Begabung, die Gaston demonstriert hatte. Obwohl Lehrer und Familie immer noch die Meinung hielten, dass er in konventioneller Waffenwahl weitaus größere Erfolge sehen würde, und sein Talent dadurch verschwendete, unterstützte Javier dennoch seine Ambitionen und Romantik.
A/P 15/11, 3W+5, Aufmerksamkeit, Ausweichen 1

Bedeutende Ereignisse:
Spoiler:
OOC: Riesenschwerter sind auch erstaunlich stabil. Oft gibt es auch bei Patzern keine Schäden zu vermerken.
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FeW 22:
Gaston's Bestreben als Doppelsöldner akzeptiert zu werden wurde erneut zurückgedrängt als mehrere Camps und Söldnerregimente ihm aufgrund seiner exzentrischen Waffenwahl verboten aufzusteigen. Die zwei Orden und unzähligen gewonnenen Übungs- und Schlachtkämpfe bewiesen zwar die klare Annerkennung und den Respekt, den Gaston sich verschafft hatte, jedoch gehörte zu den Anforderungen einer Doppelsöldnereinheit mehr eine Art von Verlässlichkeit; - die Sicherheit eine Mission mit einem bestimmten Ergebnis und berechenbar möglichen Rückschlägen ohne Katastrophen abschließen zu können. Dies war eine Aufgabe in der traditionelle Schildträger oder sogar defensivere Zweihandkämpfer den Vorteil hatten, wohingegen Gaston's spektakuläre Waffenwahl und der dadurch erzwungene Kampfstil zwar öfter obsiegen mochte, aber auch sehr fehleranfällig war.
Nachdem ihm in Westendar anscheinend niemand mehr richtig weiterhelfen konnte, verbrachte Gaston etwas Zeit dabei sich in Waldheim von einer anderen Sorte Kultur beraten zu lassen. Die von den Elfen beeinflusste unkonventionelle Kampfweise half ihm ein paar defensive Lücken zu schließen, aber vor allem verhalf sie ihm den Lawinenstein eines noch später reifen sollenden Verstehens ins Rollen zu bringen: Die Annerkennung von Mobilität und Reichweite im Kampf. Langsam schlich sich in Gaston die Erkenntnis ein, dass seine spezielle Waffenwahl, die nur gelegentliche Angriffe erlaubte, sich mehr als andere Stile, wenn nicht sogar ganz und gar auf Mobilität verlassen musste. Endlich schien sich ein Weg Richtung eines Meisterpfads zu öffnen. (FeW->18, Raufen 10->12, Körperbeherrschung 4->13)
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Zurück in Santo Tiberio bestieg Gaston endlich das angestrebte Schiff und landete in der Haupstadt des Sawajidden Kalifats Kalibah. Dank der orientalischen Einflüsse und realistischen sehr variablen Fronterfahrung, denen man hier ausgesetzt war, wurde in dieser Region an mehreren Orten die mittelländische Kampfkunst durch ihre lokalen Vertreter wesentlich liberaler und experimentierfreudiger gelehrt. Hauptmann Javier hatte recht mit seiner Einschätzung, dass Gaston's Riesenschwert wenn irgendwo dann hier die besten Chance hatte zu reifen, und so zeigten sich im nahen Rashed Reprim in unverhofft kurzer Zeit auch schon rasante Fortschritte, nachdem Gaston's Studium ihn beflügelte den hiesigen Ausbilder komplett zu dominieren.(FeW->20, 3W+5->3W+6)
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Folgend sah sich Gaston sehr interessiert nicht nur den mittelländischen Kampfstil weiter zu schärfen, sondern auch die lokale Kampfweise, die er hier beobachtet hatte kontern zu lernen. Ähnlich wie bei den Elfen, wurde im Kalifat eine wesentlich beweglichere und fließendere Praxis verfolgt. Obwohl es an der Umsetzung echter Mobilität noch erheblich mangelte, war Gaston's Intuition richtig, als nach dem Überkommen einiger anerkannter lokal angerühmter Kämpfer in der Haupstadt Kalibah selbst endlich den jungen Meisterrang erreichte, und nun genausogut einem Angriff trotzen wie ihm gänzlich entgehen konnte. (FeW->22, Ausweichen 2)
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A/P 18/14, 3W+6, Ausweichen 2, Raufen 12

[Fortsetzung nächster Post - 10 Anhanglimit erreicht]
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Re: Werdegänge, Heldengeschichten

Beitragvon RiiNagaja » So 01 Mär, 2026 15:51

Gaston von Landsbach - Teil 2

FeW 26:
Kompetente Gegner mit unbekannten Kampfweisen studieren und zu bezwingen lernen, schien ein neuer vielversprechender Weg zu sein. Langsam dämmerte es in Gaston über das Henne und Ei Missverständnis, welches in der Kriegerwelt am Werk war. Es war nicht eine bestimmte Kampftradition, die effektive Krieger hervorbrachte. Effektive Krieger kondensierten ihre Erfahrungen in eine Kampftradition. Für ihn, dessen Kampfweise zu unkonventionell war, hieß dies dass er sich nicht auf bekannte Weißheiten stützen konnte, und die Ausschärfung eines Stils über den harten Weg durch direkte Erfahrung an der Quelle suchen musste. Jede Perspektive der Kampfkunst musste gegen seinen eigenen Stil getestet werden. Über auftauchende Mängel musste gebrütet, und schließlich eine bessere Form, ein Trick oder eine andere Geisteshaltung einstudiert werden, bis der Gegner nicht mehr schwer zu besiegen war. So sollte es voran gehen, und so suchte Gaston bei seiner Reise durch die nordwestliche Ecke des Südkontinents mehrere Meister auf, um seinen eigenen Meistergrad an ihnen zu testen.
Zunächst war da der Alte Haudegen in Esnau, dessen Kampfstil ähnlich dessen von Kalibah war, und demgegenüber er nach nur 4 Auseinandersetzungen Ebenbürtigkeit erlangte.(FeW->23)
Spoiler:
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Der Meister in Taifa war die nächste Hürde. Sein mittelländischer Stil schien zunächst unüberwindbar, doch Gaston sinnierte über die vergangenen erfolglosen Duelle effektiv, und fand einen fatalen Deckungsfehler in der vierten Bewegung seiner Philosophie. Selbst einzelne Deckungsfehler gegen ein Riesenschwert hießen immer dass Gewinnen unmöglich war, also ging es weiter.(FeW->24)
Spoiler:
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In der Amazonenburg von Eurybia fand sich ein weiterer Meister von einer unbekannten hyperboreischen Kultur. Gaston sah sich selbst etwas in dem Mann, der ganz dem Ideal des großen Schwertes, aber hier mit ungerüstetem Muskelkörper folgte. Den Worten des abenteuerlichen Meisters nach hatte er den Apex seiner Kampfkunst vor langer Zeit erreicht, und war resolut in der Ansicht, dass es nicht mehr zu verstehen gab. Die Überzeugung des Meisters Conan war genau wie in Gaston vor fast zwei Jahren, dass überwältigende Kraft, verbunden mit jägerartigem Geschick und einer Waffengewöhnung alles waren, das es zu verstehen galt.
Conan stagnierte, und Gaston sah sich in seinem Anblick selbst. Die Angst diese Schlussfolgerung und das damit verbundene Schicksal zu erreichen, war immer mit ihm gewesen. Jedoch hatte er auf dem Weg hierhin auch bereits Vision anderer Möglichkeiten gehabt, von denen Conan nichts zu sagen wusste. Diese wollten erkundet sein, bevor er sich in seiner Jugend bereits einer Mauer ergeben sollte, und in der Tat schien mit dem Bezwingen von Meister Conan eine Bestätigung zu erreifen.(FeW->25, IQ->14, Finte)
Spoiler:
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Es gab womöglich noch einen anderen Weg. Gaston war durch seine variantenreichen Gegner mehr und mehr gezwungen worden vorsichtiger vorzugehen, auf seinen Füßen zu denken, oft mehr zu beobachten als zu überwältigen. Das Riesenschwert war eine vernichtende Waffe, sodenn sie treffen sollte, aber diesen einen wichtigen Treffer zu landen, das war worum sich die ganze Kampfkunst drehen sollte. Da aber ein purer Überfluss an Kraft von nur limitiertem Erfolg gegen einen erfahrenen Krieger war, mussten andere Methoden her, um diesen wichtigen Treffer zu garantieren. Gaston sah langsam ein, dass der wahre Meistergrad körperliche Fitness lediglich als Fundament benötigte, sich danach aber in Wahrheit in das Reich der Psychologie erwuchs. (Waffenexperte: Zweihandklingen)
Je stärker der Gegner, den er überwinden wollte, desto mehr fand er sich am Taktieren und Täuschen, anstatt am eigentlichen Waffengang und Stahlkreuzen. Dies konnte kein Zufall sein, und so fragte er im nahen Al'Paq auf eine Eingebung hin, ob irgendjemand vielleicht einen starken Kämpfer kannte, der aber körperlich schwach zu sein schien. Das Schicksal meinte es gut, und schnell verwies man Gaston auf das nahe "Altersheim".
Gaston war überrascht und überwältigt. Der hier ansässige Meister war in der Tat kaum noch Haut und Knochen, aber schwang wie er selbst ein mächtiges Zweihandschwert. Es bestand kein Zweifel, dass Gaston ihm in Sachen Kraft und Geschwindigkeit überlegen war, und dennoch... über ein Dutzend Duelle konnte er nicht ein einziges mal gewinnen.
Dennoch war Gaston nie glücklicher. Diese Duelle waren eine Offenbarung. Hier traf er jemanden, der seinen eigenen Stil und seine eigene Philosophie vertrat, sein Leben mit dem Lernen derselben verbracht hatte, und sie zu einem Grad der Meisterschaft treiben konnte, deren Gipfel für Gaston gänzlich schwindlig uneinsichtig war. Das genaue Gegenteil von der tristen Mauer, die man sich vor Conan ausmalte, konnte Meister Alrik nicht nur die Theorie der Dominanz von Psychologie in hoher Waffenkunst bestätigen, nein Gaston erblickte auch noch etwas anderes, etwas dahinter. Ein Aufblitzen am Horizont, einen Punkt in der Ferne. Der Meister wirkte oft kaum stark genug sein Schwert angemessen über den Kopf zu heben, und dennoch, für einen kurzen Moment, änderte es mitten im Schwung die Richtung und zuckte wie eine silberne Peitsche. Trotz der umfassenden Erfahrung von Gaston bis hierher und der Reihe an überkommenden Meistern, konnte Gaston kaum einen dieser "Geniestreiche" parieren.(=Finte+8) Für den Meister hier war es jedoch nichts als ein gewöhnlicher Angriff. Das schwere Schwert schwebte plötzlich in seinen Händen.
Der Meister verlor nie viel Worte an Gaston, und gab keine konkreten Wegweiser. Gaston war damit einverstanden. Das Blitzen in den Augen des Meisters verriet ihm genug Annerkennung. Klar war, sollte der Meister keine Hoffnung sehen, würde er sich nicht mit ihm befassen. Obwohl kein einziges Duel auch nur annährend zu seinem Vorteil verlief, machte Gaston einen erheblichen Schritt vorwärts in das Reich eines wahren Meisters.(FeW->26)
Spoiler:
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Klar war auch, er war diesem Genie noch nicht würdig. Ein ganzer Status lag zwischen ihm und Meister Alrik, nein, Schwertheiligem Alrik. Gaston musste erst das gerade beschrittene Gebiet der psychologischen Kampfweise ausreifen, und auch seine Mobilität war seiner Schwertlänge noch lange nicht ebenbürtig geworden. Aber er würde zurückkehren, sobald der Punkt am Horizont den Anschein machen sollte näher zu kommen. Was kann es nur gewesen sein? Definitiv ein Ziel.
A/P 20/16, 3W+6, Finte, Wuchtschlag, Niederwerfen)

FeW 32:
Gaston folgte den Gerüchten, dass ein exklusiver Zweihandschwertmeister sich in Nova Cataia befinden und dort jede Herausforderung annehmen sollte. Nach längerer Schifffahrt fand er Silvio Ragatuez dort als einziger Lehrer in seiner eigenen Kampfschule. Stolz präsentierte der Meister seinen eigenen Stil, der vom klassischen mittelländischen Stil, als auch typisch zweihändischen Paradigma von rohem Körpereinsatz stark abwich, und mehr durch die Erfahrungen im Kampf gegen speerbewaffnete Buschmenschen, sowie örtlich dominierende Säbelkämpfer geprägt war. Silvio verfeinerte hier eine Fähigkeit langen Ausfallstichen sowie massezentralen Gleithieben mit rotierenden Bewegungen zu entgehen, ohne dabei die solide Grundposition und damit Kraft zum Gegenangriff aufgeben zu müssen. Eine Errungenschaft, die, wie er bemerkte, "die Schwächen der Zweihandschwerter komplett ausglich".
Gaston war mittlerweile allerdings auch kein leichter Gegner mehr. Seine variantenreiche Erfahrung gegen Meister mehrerer Schulen hatte ihn kreativ gegenüber unkonventionellen Kampfweisen gemacht. Er konnte nun sowohl jeder gesehenen Kampfweise mit in die Knochen gemeiselten Reflexen aufwarten, als auch vollständig neuen Situationen mit seinem eigenen cleveren Ideenreichtum kontern.(->SF: Kampfreflexe) So kam es, dass er von 6 Kämpfen gegen Silvio die Mehrheit gewann, und dem Ragatuez Stil die Lektion hinzufügte mehr als einen Zaubertrick anbieten zu müssen, bevor irgendein Anspruch auf "Vollendung" gemacht werden konnte.(FeW->27, 3W+7)
(OOC: Ab hier fehlen leider einige Bilder.)
Silvio zeigte sich etwas gekränkt, aber auch dankbar für die seltene Gelegenheit einem Zweihandstil-Meister gegenüber gestanden haben zu können, und so unterrichtete er Gaston über einen weiteren Meister in der südlichen Region: Einen ehemaligen Legionär der Fremdenlegion in Port Amarhold, den er nie besiegen konnte, aber behauptete er wollte es auch nicht, da dieser nicht den Zweihandstil und schmutzigere Methoden pflegte.
Gaston zeigte sich von der Herausforderung verführt, musste aber feststellen, dass seine Erfahrungen allein in der goblinverseuchten Wildnis des Nordens, oder dem Zivilkrieg geplagten Westendar zu überleben, sich nur mäßig auf die hungrigen Dschungel der Südwelt übertrug. Die Reise von Nova Cataia nach Port Amarhold sollte beschwerlich, kostspielig und schuheverzehrend verlaufen, war aber auch ein effektives Überlebenstraining.(LE+2, AU+2, Pflanzenkunde 2->10)
Angekommen in Port Amarhold konnte Gaston schnell bestätigen, dass Meister Ragatuez nicht übertrieben hatte. Der geheimnisvolle Legionär, der nie seinen Helm abnahm, schien in der Tat unbesiegbar. Trotz Gaston's Fortschritten im Kampf gegen lästige Schildträger aller Art (Standardangriff Finte+2), konnte er bei diesem echten Schildmeister kaum jemals eine Lücke entdecken, riskierte aber seinerseits immer wieder harte Treffer des Zackenschwerts des Legionärs. Eine Ewigkeit biss er sich an den Versuchen eine geeignete Angriffstechnik zu entwickeln die Zähne aus. Tag um Tag vergang an dem er sinierte und trainierte, nur um dann am abendlichen bereits Routine gewordenen Duel mit neuen blauen Flecken zurück ins Bett geschickt zu werden. ...Bis er eines Tages ein Umdenken hatte. Wenn sich eine bessere Angriffstechnik nicht finden ließ, vielleicht lag die Strategie zum Sieg in der Verteidigung?
Dieser Plan erschien nicht unmittelbar plausibel, war aber nach all der Zeit einen Versuch wert. Die Idee war den schwerer gerüsteten und schweren Turmschild tragenden Gegner zu ermüden, bis sich von selbst eine Öffnung für den Schlag präsentierte. Eine ziemlich übliche Kampftaktik für viele Waffengattungen, aber dem Riesenschwert führenden Gaston bislang noch weder bekannt noch möglich. Obwohl der erfahrene Legionär natürlich schnell begriff, was Gaston mit seinem behutsamen Verhalten vorhatte, war dieser mittlerweile an einem Punkt der Waffenbeherrschung angekommen, an dem ihm dieser für große Waffen unkonventionelle Taktikwechsel tatsächlich möglich war. In einem erheiternden Duel, -diesmal am inspirierten Morgen-, besiegte Gaston den unschlagbaren Legionär nach längerem Kampf, ohne auch nur einen Gegentreffer zu nehmen, mit dem vorherbestimmten, aber unausweichlichen Hieb gegen die unweigerlich auftauchende Deckungsschwäche. Gaston beschloss, das mit dem Auffinden dieser Taktik der Zweck seines Besuches erfüllt war, und weitere Duelle zwecklos wurden. (FeW->28 / PA 16->17)
(OOC: Leider wieder vergessen den Screenshot zu machen, als er wirklich in einem langen Duel ohne Kratzer den kritischen Treffer am Ende landete und wieder genau dann auflevelte. Perfekt, und ein absolut karrieredefinierender Kampf. Ich könnte mich beißen, aber ich war schon so im Durchklickmodus.)

Die Erkenntnis über die wahre Gewalt seiner Waffe hatte ihn endlich erreicht. Entgegen der der schieren Größe der Waffe geschuldeten Verlockung das Riesenschwert als pressendes Offensivinstrument zu begreifen, erschloss sich ab einem bestimmten Meistergrad eine völlig kontraintuitive Verwendungsweise: Die Gefahr des mächtigen Gewichts hinter der scharfen Klinge war allgegenwärtig. Ein einziger Treffer von einem fähigen Krieger, konnte einen Kampf beenden. Solange der Träger die ständige Bedrohung durch den einen vernichtenden Hieb in jeder Kampfposition aufrecht erhalten konnte, war der Gegner immerzu zu einer defensiveren, bedächtigeren Vorgehensweise gezwungen. Hatte der Träger des Riesenschwertes aber korrekte Fußarbeit, Gewichtsführung, und das Vorausschauen von Kombination und Taktik gemeistert, konnte er Offensiven gegen ihn selbst mit dank der langen Waffe sicherer Distanz entgehen, was ihn trotz der großen, aber ruhigeren Waffe weniger Energie kostete. Einen distanzierten, beweglichen Kontrahenten immer wieder anzugreifen, ermüdete so den Gegner und entblößte die Gelegenheit für den einzig nötigen Treffer. Den passiv agierenden Träger des Riesenschwertes einfach zu ignorieren, war für den Gegner allerdings auch keine Alternative, und gegenüber einem Meister narrhaft, da es ebenfalls die nötige Deckungslücke öffnete.
Kurzum, die wahre physische Vollendung des Zweihandstils lag in der Meisterung der Defensive, nicht Offensive. Ein Anfänger mochte sich auf die überwältigende Kraft des Riesenschwertes stützen und mehr Erfolg damit haben seine Gegner so schnell wie möglich zu überwältigen. Gegen wirklich fähige Kämpfer, die mit der Abwehr schwerer Waffen Erfahrung hatten, war diese Taktik aber zum Scheitern verurteilt. Ein Veteran fiel dem Riesenschwert gegenüber erst dann, wenn es beide Seiten waren, die den anderen perfekt abzuwehren mochten. Die wahre Gefahr der Waffe war: Jeder Fehltritt gegen ein Riesenschwert war tödlich, aber ständige bedächtige Vorsicht kostete den Gegner mehr Energie als den Träger der großen Waffe. Ermüdung und Zermürbung.

Mit diesem neuen Verständnis um die Basis der Riesenschwert-Kampfkunst bewaffnet, sah sich Gaston endlich stark genug, um einer vorher ignorierten Herausforderung nachzugehen. Er hatte auf seiner Reise nach Nova Cataia bereits die legendäre Joanna von Falkhorst aufgefunden, die weithin als beste Kämpferin der kaiserlichen Südflotte galt und in der Garnison in Lapis anzutreffen war. Während in Gaston's Heimat und auch um Santo Tiberio Vorbehalte gegen die professionelle Verwendbarkeit von Zweihandschwertern bestanden, erfüllte es ihn mit Stolz gelernt zu haben, dass der höchste und anerkannteste Meister im Süden selbst ein Zweihandschwertkämpfer war.
Nun war es an Gaston auch seinen Riesenschwertstil gegen diesen Meister zu messen, doch er machte sich keine Illusionen. Er schätzte dass seine eigenen Fähigkeiten auf der Basis von 'einem Hieb' mit Joanna vergleichbar waren. Will heißen, er war sicher er konnte einem Austausch einem Hieb lang mit Sicherheit standhalten, und dann eventuell einen Gegentreffer landen. Für einen Kämpfer in seinem Waffenkaliber, mochte dies jedoch genug sein, und es bot hier bereits die seltene Gelegenheit die Deckungslücken eines echten Meisters zu studieren und die Erfahrungen auszubauen.
In Lapis angekommen, war der Empfang zunächst mittelmäßig. Joanna duellierte sich nicht mit jedem, aber wurde von ihrer eigenen Neugier an der möglichen Führungsweise von Gaston's Waffe überzeugt. Anders als die mittelmäßigen Meister in der Heimat, schienen die Erfahrungen der Südflottenlegende auch ihr beigebracht zu haben, mit weniger Vorbehalten auf die Waffenwahl zu reagieren, - insbesondere wenn es um Zweihandschwerter ging. Gaston vermutete dass sie einst mit denselben Vorurteilen zu kämpfen hatte, und so entstand schnell eine unsichtbare Verbindung zwischen den beiden.
Als Offizier der Marine war sie Disziplin gewohnt und pflegte eine leichte grundlegende Abneigung gegen als verantwortungslos empfundene, unabhängig freiheitliche Kampf-Karrieristen wie Gaston. Jedoch etablierte sich schnell eine Routine des allmorgendlichen Duels zwischen den beiden. Gaston würde den Tag mit dem Pflegen seiner Wunden oder Erkundung der nahen Umgebung verbringen, und mit neuer Inspiration jeden Tag versuchen einen neuen Trick an Joanna zu probieren.
Oft wurde das morgendliche Duel zu einer Schau für die Garnisonssoldaten. Für die meisten war dieses Ereignis ein Sport in dem ihr Team, die Südflotte, den Söldnern demonstrierte wie überlegen 'echte Soldaten' waren. Jeden morgen jubelten sie über Joanna's erwarteten, vorbestimmten Sieg.
Zweimal jubelten sie nicht. Joanna von Falkhorst jedoch, - obwohl sie es sich hinter der Offieziersmaske und den nötigen Vertretungen wenig anmerken ließ-, war an diesen Tagen kaum glücklicher.
Gaston half ihr hoch. Sie nahm die Hand an. Wenige Worte, kurze Kommunikation der Fehler.
Das Handwerk kam zuerst. Kein Platz für Stolz, Arroganz, Siegestaumel.
Joanna verstand den Respekt, den Gaston ihr entgegenbrachte.(FeW->29, 3W+8)
Spoiler:
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Endlich saßen sie zusammen und tauschten freundliche Worte aus. Gaston erzählte von seinen Reisen bisher, aber nicht auf die Weise, die Joanna üblicherweise erwartete. Kein Glücksritter für Reichtum, kein Träumer für Abenteurer, nicht einmal der Hochmut der Beste sein zu wollen, zeigte sich hier. Nur ehrliche Faszination, eine Leidenschaft und mönchsartige Hingabe für die Romantik des Schwertes.
Joanna hatte das Meiste hiervon ohnehin schon während und um das Verhalten bei den Duellen begreifen können, aber Worte konnten nun auch ein paar sachliche Informationen tauschen. Besonders interessiert zeigte sie sich während Gaston's Schilderung von Meister Alrik's Kampfstil. Ein gebrechlicher alter Mann, der den Zweihänder wie einen dünnen Zweig schweben ließ?
Gaston erwartete halb von der größten Meisterin im Süden ausgelacht zu werden, doch andererseits hätte er auch erraten können, dass wenn überhaupt jemand, sie auch etwas über den Ursprung dieser wunderlichen Technik wissen konnte. Obwohl sie weder Meister Alrik, noch einen vergleichbaren Zweihandkämpfer in ihrem weltlich abgespaltenen Leben kennengelernt hatte, gestand sie Gaston eine ähnliche Erfahrung bei einem der Abajaiden Kämpfern ein. In der ersten Stadt von Gaston's Reise sollte sich ein Säbelkämpfer befinden, der zwar nicht seine Waffe, aber dafür sich selbst mit einer ähnlich unmenschlich anmutenden Schwerelosigkeit bewegte.
Gaston und Joanna tauschten für zwei Tage noch einige Freundlichkeiten aus, und auch die Garnison schien nach Kommandantin Falkhorst's präzedenzlos demonstrierten Geselligkeit, Gaston als einen geehrten Gast zu verabschieden.

Zurück in Kalibah zögerte Gaston nicht sich über den heimlichen Tipp umzusehen. Wie es schien, stand dieser Lehrer, Alilbn Rakschar, nur denen zur Verfügung, die sowohl seinen Namen bereits kannten und nach im fragten, als auch eine gehörige Summe Geld mitbrachten.
Obwohl Gaston bisher immer mittellos gewesen war, hatten die Wochen seines Studiums von Kommandantin Joanna in der Südflotte ihm über die Zeit einen kleinen Reichtum an Gewürzsack-Andenken beschert, die ihm in dem etwas entfernteren Reich bereits das benötigte Vermögen für einige Duelle finanzieren sollten. Gedenkend an die Situation mit Joanna, überlegte er dass er eigentlich nur eine Rolle Zimt gegen einen geschwollenen Arm tauschen mochte, oder vielleicht eine würzige Nelke gegen ein glühendes Veilchen.
Tatsächlich war Alilbn ihm zwar technisch etwas voraus, allerdings längst nicht so weit, wie der zum Vergleich dienen sollende Alrik oder sogar Joanna. Dennoch konnte Gaston verstehen, was die Kommandantin über seine unmenschlich anmutende Bewegungstechnik gemeint hatte.
Meister Rakschar brach mit allerlei Konventionen und Grundweißheiten jeder Kampflogik. Sprünge, zum Beispiel, waren nie erlaubt, da sie jedem halbwegs erfahrenen Gegner perfekte Vorhersage der Bewegung ermöglichten und damit fatale Konter provozierten. Zwar bediente sich Alilbn dieser nicht, jedoch hatte seine mühelose, fast bodenhaftungslos gleitende Fußarbeit viel mit derselben Kontrollverlust einladenden Narrhaftigkeit zu tun.
..Und doch funktionierte es. Meister Rakschar änderte seine Richtung, wenn es ihm nicht möglich sein sollte, baute explosiv schnappende Kraft auf, wenn sein Bewegungsmoment ihn eben noch in eine andere Richtung trug, und vermochte sich manchmal wie ein Halm einem versuchten Gegenschwung zu entziehen.
Gaston war fasziniert. Letzten Endes war diese Form der Kampfkunst aber kein fairer Konter für Gastons bisher auf Genügsamkeit aufgebauten Stil, und so gewann er ein paar Duelle allein dadurch sich nicht blenden zu lassen und wie immer die eine Öffnung für den einen wichtigen Treffer abzuwarten.
Gaston konnte nicht ganz herausfinden, was und wie Meister Rakschar zu diesen Bewegungen fähig gewesen war, aber ahnte immer mehr, dass Meister Alrik's unerwartet leichtfertige Kampfkunst womöglich nicht ohne Grund im Land der Abajaiden erblüht war. Vielleicht hatte Gaston wirklich endlich einen Tipp gefunden. Er beschloss seine Einsichten dem alten Mann vorzutragen. (FeW->30)
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Gaston bewegte sich zurück nordwärts nach "Altersheim", wo Meister Alrik, anscheinend einer Intuition folgend, ihn schon von Weitem kommen sah. Nichts kann der heimlichen Kommunikation zwischen zwei Schwertromantikern entgegenstehen. Alrik nickte ihm zu und gewährte ihm Einlass, - offenbar zufrieden mit sowohl Gaston's Statur und auch seiner gereiften Miene und Gebaren.
In fünf schnellen Duellen landete Gaston einen glücklichen Kopftreffer. -Kein wirklicher Sieg, aber mehr, als ihm jemals vorher möglich gewesen war.
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Die Einsichten, letzten Endes unter Alilbn Rakschar, ermöglichten Gaston eine gewisse Gewöhnung damit schwerelos anmutende Gegner zu Kontern, - wenn auch nur bei seltener Gelegenheit.
Meister Alrik zeigte sich in seiner Zufriedenheit weiter bestätigt. Erstmals gab er Gaston ein paar wörtliche Tipps. Wie sich herausstellte, war er nicht durch Zufall, Zeitvertreib oder naheliegenden Lebenserwerb zu einem Lehrer geworden. Das von Gaston bereits erfasste Ziel der psychologischen Vervollkommnung, -des Pokerteils der Kampfkunst-, lies sich als Lehrer außergewöhnlich gut verfolgen.
Meister Alrik empfahl Gaston nun direkt, in einem anderen Ort seine Dienste als Lehrer anzubieten, und sich darauf zu konzentrieren die Persönlichkeiten möglichst zahlreicher Studenten zu analysieren. Selbst physisch und erfahrungstechnisch weit unterlegene Gegner konnten mit dem richtigen Auge, -und eventuell einem freiwilligen Handicap-, eine einleuchtende Quelle für eine der wichtigsten zu vervollkommnenden Komponenten sein: Dem taktischen Sieg, bevor der Kampf überhaupt begann.
Und obwohl ihm Meister Alrik dies nicht direkt vortrug, schien Gaston auch einen leichten Hinweis dahingegen zu verspüren, dass es sich bei seiner mysteriösen, immer noch unerreichbar scheinenden Kampfweise um eine mentale Entwicklungsfrage handelte. Aber wie konnte das sein?

Zurück in Al'Paq begann Gaston den Rat seines einzigen Meisters umzusetzen. Glücklicherweise war mittelländische Zweihandschwertkunst trotz der kulturellen Unterschiede hier sehr populär geworden, da einer der häufigsten Champions zahlreicher Wettkampffeste in den letzten Jahren immer wieder ein Zweihandschwertkämpfer mit einem Kaiserreicher gewesen war.
Nach einem Sieg gegen denselben, hatte Gaston im Nu die Qualifikation, als auch Werbung errungen, die ihm reichlich interessierte Schüler des glücklichen Trends einbringen sollten. Über mehr als ein Jahr verfolgte er die Ausbildung neuer Eiferer, in deren Unwissen, dass sie ihm genauso viel lehrten, wie er ihnen.
Nach einiger Zeit der Unbeholfenheit und des Unverständnisses, dämmerte es Gaston langsam, was es bedeutete die Natur eines Menschen zu durchschauen, und wieso dies zu einer Dominanz von geistiger Überlegenheit gegenüber körperlicher am Ende der Kampfkunst Entwicklung führen mag. Ebenso eröffnete sich ihm zeitgleich auch ein komplett unerwarteter Blick auf die Gesellschaft in weiterem Sinne, da psychologische Planung von Reaktionen sich -überraschend, aber nach hingehend eigentlich offensichtlich- auch auf Strategie anstatt nur auf Taktik anwenden ließen, bzw. sogar den Kern bildeten.
(FeW30->32, Kriegskunst 5->17, Lehren 10->21)

A/P 23/19, 3W+8, Kampfreflexe
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Re: Werdegänge, Heldengeschichten

Beitragvon Tommek » Mo 02 Mär, 2026 17:04

Schön zu lesen. Insbesondere der Werdegang vom Powergamer zum RP-Char :D Antamar bietet sich da einfach an mal beides zu probieren. :danke:
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Re: Werdegänge, Heldengeschichten

Beitragvon RiiNagaja » Sa 07 Mär, 2026 13:49

Tommek hat geschrieben:Schön zu lesen. Insbesondere der Werdegang vom Powergamer zum RP-Char :D Antamar bietet sich da einfach an mal beides zu probieren. :danke:

Danke, stimmt, man kann beides gut machen, und die Welt bietet viel Inspiration für Charakterkonzepte. Gaston oben kam allein daher, dass ich bei meiner ersten Powergaming-Gruppe irgendwann entdecken musste, dass das Riesenschwert die vielleicht beste nicht-artefakt/nicht-besondere Waffe ist, da es von allen Waffen, die noch Finte nutzen können, den höchsten Schaden bei guten Werten macht. Ich bin immer ein Fan wenn riesige (aber schmale) Schwerter in Spielen gut wegkommen, also musste das einfach geehrt werden.


Nr.2 - Sylvanas
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Spoiler:
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---Beschränkungen und Anmerkungen---
- Nicht so streng beschränkt wie Gaston, aber besonders am Anfang hatte ich mich RP gezwungen komplett ohne Lehrmeister auszukommen. Lernen sollte sie vom Überleben im Dschungel und Reise alleine, bis Pflanzenkunde mindestens 12 erreicht hatte. Außerdem musste aller Talenterwerb auch in das RP Konzept der Alterung von 1 Jahr pro 10k EP passen, also bestimmte Meilensteine mussten entweder erreicht oder durften noch nicht erreicht werden.
- Talente müssen sonst dem Abenteurer-Profil entsprechen. Alles, was die Wildnis braucht, + später noch Archäologie, Legenden, Historie. Die wahre Einschränkung ist diesmal, dass nicht einfach in jeder Stadt alles gelernt werden darf. Es muss in der Geschichte Sinn ergeben. Auch das Anwachsen von Kampftalenten ist mit Meilsteinen in ihrem Alter abgestimmt.
- Als eine kleine weitere Einschränkung muss Steigerung von Nahkampf-Waffentalenten gleichmäßig passieren, da es mehr generelles Kampfgeschick repräsentieren soll. Wenn sie "Meister" ist, dann muss sie meisterlich in allen genutzten Waffenarten sein. Das wären Raufen, Speere, Hiebwaffen, Schwerter und Zweihandschwerter gleichzeitig. Speere wird allerdings ab 22 etwas abgehängt, und Raufen wird eventuell durch Etarak ersetzt.
---

Sylvanas - Antworten der Uhrwerk Krypta
(Startalter 10 + 1 Jahr pro 10k EP)

Alter 10:
In der harten Welt von Wiesczarna stoppte das Gesetz des Dschungels nicht vor Stadt. Von allen Einwohnern wurde eine gewisse Stärke, und ein ständiger Widerstand gegen die allgegenwärtige Bedrohung von Natur und Mitmensch gefordert. Eine ohnehin schon unbarmherzige Welt, die Sylvanas als ausgestoßene Waise auf den Straßen Drakhuns mit doppelter Intensität erfuhr. Kaum jemand in ihrer Situation überlebte das erste Jahr, doch Sylvanas tat etwas anderes. Wenn die Stadt nicht bereit war Lebenskraft zu teilen, musste sie eben wie ein Tier im vor der Stadt erwachsenen Dschungel danach jagen. Hier waren die Gefahren größer, aber hungern würde sie auch nicht müssen.
So lernte sie in ihren ersten Monaten nicht nur sich weitestgehend durch Fischfang und Sammlertätigkeiten selbst zu versorgen, sondern fand hin und wieder ein paar kuriose Dschungelfrüchte, deren Beschaffung für viele zu riskant schien und sich deswegen in Drakhun mit für eine Waise enormen Preisen verkaufen ließ. Sie hatte ihre Niesche gefunden, und war alsbald als lokale Dschungelführerin angesehen.
Ein Fund an einem besonderen Tag während einer ihrer allerersten Exkursionen, sollte zudem ihr Schicksal maßgeblich beeinflussen. Sie begegnete einem der erschreckenden Zombies, die dank der Experimente der lokalen schwarzen Magierakademie leider keine Seltenheit waren. (man floh vor oder erschlug hier etwa einen alle 2 Wochen) Dieser hier schien jedoch ein ausländischer Söldner gewesen zu sein, und trug einen dschungel-verrotteten Zweihänder bei sich. Überglücklich endlich eine metallene Waffe zu besitzen, nahm sich Sylvanas vor diese zu restaurieren. Da hierfür nur eine Schmiede infrage kam, die sich mit ausländischen Waffen auch auskannte, begann so ein neues Kapitel: Die Wanderung um die Inseln von Wiesczarna.
Wiesczarna mag unerbittlich und grausam gegenüber den Schwachen sein, und deswegen unmenschlich und unzivilisiert wirken, aber diese grundlegende Philosophie hatte auch eine güldene Kehrseite: Stärke wurde respektiert. Sylvanas, die durch ihren Wagemut und Einsatz einen für ihr Alter erstaunlichen Erfolg und Expertenwissen vorzuweisen hatte, genoß nun Ansehen und die Rechte eines freien Menschen. In einer wahren Meritokratie mochten die Schwachen wie Sklaven oder schlimmer behandelt werden, doch die wahrhaft Kompetenten waren wirklich frei und ungebunden von künstlichen kalzifizierten Machtstrukturen wie Adel oder Herrschaft der größten Gang oder Militärmacht.
Nach längeren Reisen mit dem Fischkutter über die Inseln, und deren weitestgehender Erkundung, erreichte Sylvanas schließlich die Restauration des Zweihandschwertes in Coral. Auf den Anblick der edlen Waffe hin wurde ihr schnell klar, dass sie dieser nicht gerecht werden konnte. Der mittellandkennerische Schmied sah ihr bei ihren Schwüngen zu und erwähnte in Erstaunen, dass sie klare Anzeichen von Eignung zeigte: Kraft an den Gelenken, Schwungausgleich, mitziehendes Körpergewicht und Bewegungsinstinkte. All das hätte sie als 14 bis 16 jährigen Mann in eine Kriegerakademie geführt, aber an einem 10 jährigen Mädchen wie ihr verhieß es seinem Wort an nichts anderes als Sensationstalent.
Da auch Sylvanas mit dem Heft in ihrer Hand die Faszination für die Waffe spürte, und nach der Erkundung der Inseln ihr Hunger nach der Entdeckung der mittelländischen Kultur gewachsen war, nahm sie sich vor eine weite Reise anzutreten und weiter im Westen den Schwertkampf zu erlernen.
Dies führte sie zunächst zu der ehemaligen Mittellandkultur Kolonie Nova Cataia. In der hiesiegen Kampfarena war nach der Revolution kaum noch Aktivität zu verspüren, aber ein einsamer Rekrut und ein Lehrer im Hintergrund versuchten immer noch die mittelländische Kampfweise am Leben zu halten. Vermutlich gerade wegen der kulturellen Erosion allerdings, war der Meister zunächst nicht bereit ihr, -einer weiblichen Wiesczarnerin-, irgendeine Form von Ausbildung zukommen zu lassen. Erst nachdem Sylvanas ob ihrer ständigen Ausfragungskampagnen in der Stadt mehrfach im Gefängnis landete (lernt Gassenwissen bis 12), sah er sich schließlich in der Pflicht wenigstens die nötigste Form und korrekte Körper- und Waffenhaltung beizubringen um als trainierte Miliz durchgehen zu können. (1H+2H Schwerter FeW 6, Hiebwaffen 6, Speere 6, Aufmerksamkeit, RG I) Folgend veranlasste den Lehrer die Beobachtung und Anerkennung von Sylvanas' Einsatz und Talent wohl dazu, ihre Ausbildung, zu der er sich selbst nicht durchringen konnte, wenigstens anderen zu überlassen. So verwies er sie auf einen weiteren südkontinentalen für sie geeigneten Musterungsplatz des mittelländischen Kampfstils: Das blühend fruchtige Rashed Reprim, wo der lokale Anführer eine Kultur des internationalen Austauschs befürwortete und wo sich folgend auch in der Waffenphilosophie mehrere gesonderte Schulen angesiedelt hatten.

Alter 11:
Sylvanas verlor das Objekt ihrer Inspiration, - den alten Zweihänder -, schicksalhafter Weise an etwa derselben Stelle, an der sie ihn ursprünglich entdeckt hatte: In den nahen Dschungeln leicht westlich von Drakhun, während einer kurzen Rückreise. Als ideologisch überzeugte, und von dieser Kultur geförderte Wiesczarnerin, konnte sie dem hühnenhaften, schwarz gepanzerten mittelländischen Ritter, der ihr die Waffe abnahm, jedoch nichts verübeln. Nicht nur, dass er das Recht des Stärkeren in Anspruch nehmen konnte; gleichzeitig war sie auch noch viel zu sehr mit seiner realen Demonstration der korrekten Kampfweise mit derselben Waffe beschäftigt, die sie faszinierte.
Sylvanas nahm sich also stattdessen vor etwas extra zusammenzusparen, und sich auf des Lehrers von Nova Cataia's Hinweis hin bei dem mittelländischen Versorger im sagenumwobenen Al'Paq bei ihrer zukünftigen Reise eine wirklich personalisierte Waffe herstellen zu lassen. Auch an der ritterlichen Rüstung sollte es nicht fehlen. Unfassbar, dass diese reiche Kultur existierte, in der die Krieger nicht nur die Spitze eines Speeres, sondern gleich ganze Waffen und Kleidungen aus Metall fertigen und damit kämpfen lernen konnten.
Nachdem sie nach viel Gewissenhaftigkeit eine für ein so junges Mädchen unerhörliche Summe an Gulden erspart hatte, unternahm sie also endlich die lange Reise, zunächst nach Al'Paq, um sich angemessen auszurüsten.
Da Rashed Reprim auf leicht abweichender Route auf dem Weg lag, ließ es sich Sylvanas nicht nehmen einen kurzen Besuch abzustatten und ihre Neugier zu befriedigen. In der Tat hatte der Lehrmeister in Nova Cataia nicht gelogen, und obwohl fast nur einheimische Abajaiden hier trainierten, gab es Lager, in denen ausschließliche westliche Kampfstile einstudiert wurden.
Die Weiterreise nach Al'Paq war lang und die in den verwilderten Tropen aufgewachsene Sylvanas lernte zum ersten mal eine naive Idee von zivilisierten Ländereien kennen, wo alle paar Meilen eine Ortschaft zu finden war, und es immer eine Straße gab, der man folgen konnte. Faszinierend, dass man kaum noch die eigenen Sinne gebrauchen musste, mit all den Schildern und Ansiedlungen und Wanderern überall, die man fragen konnte. Obwohl sie in Dörfern manchmal soweit sie es verstand ein Jammern über wilde Tiere hören konnte, erschien ihr die Wildnis hier kaum mehr gefährlich als ein kultivierter Garten.
Jedoch gab es auch eine neue Gefahr, die Sylvanas schon erahnt hatte: Ebenso wie sie in Drakhun in die Wildnis getrieben wurde, erwies sich auch hier andere Menschen als die gefährlichsten Raubtiere; und es gab so viel mehr von ihnen. Die weit höhere Bevölkerung des kultivierten Sultanats brachte Wegelagerer und Verrückte mit sich, sodass schon auf dem Weg nach Al'Paq Sylvanas von ihrem Ersatzschwert Gebrauch machen musste, um sich gegen einen wahnsinnigen Messerstecher zu erwehren, der sie ernsthaft aus reinem Vergnügen umbringen wollte. Mit etwas Zufriedenheit musste sie aber feststellen, dass sich das Training gelohnt hatte, und sie sich bereits ganz gut durchzusetzen vermochte, aber andererseits war hiermit aber auch eine neue Grenze überschritten, die früher oder später auf ihrem Pfad hätte überschritten werden müssen: Die erste Tötung eines Menschen.

Alter 12:
Das Treffen mit dem Meisterschmied in Al'Paq war einleuchtend, da Sylvanas hier eine weitere Person fand, die sich in mittelländischer Kultur und insbesondere deren Militärtradition gut auskannte. Hinweise über Taktiken, die sie verfolgen sollte, führten sie dazu neben der Waffe endlich auch ein von ihr seit lang beliebäugeltes Rüstungsset zu kaufen. Echte vollmetall Platten schützten nun ihre vitalsten Punkte, und die verrußte Schwärzung zusammen mit gotisch goldenen Verzierungen und anderen dunkleren Rüstungsteilen, ließen sie wie ein Kamerad des schwarzen Ritters aussehen, der sie vor Drakhun niedergestreckt hatte. So kam sie sich pünktlich zu ihrem Geburtstag wie in ihrer Version einer Prinzessinenfantasie vor.
Obwohl die Rüstung teuer war, war das wahre Prunkstück natürlich das Schwert. Mit Vertrauen in seine relative Unzerstörbarkeit, wurde es vom Schmied mit ebenso vielen verschwenderischen Griff- und Parierstangenverzierungen versehen, wie auch die Rüstung zuvor. Die noble Kombination von Schwarz, Gold und Silber sollten die Farben werden, mit denen sich Sylvanas auch selbst identifizieren würde. Ein Name musste für das Schwert her, aber Sylvanas fühlte sich dem Meisterstück noch nicht würdig genug, um eine solche Geste der Beherrschung auszusprechen.
Es ging also zurück nach Rashed Reprim, wo Sylvanas endlich eine solide Grundausbildung bis zur Soldatenbefähigung absolvierte. (FeW->12 in 1H+2H Schwerter, Hiebwaffen, Speere und Raufen) Die lokale mittelländische Kampfgruppe wurde allerdings hauptsächlich von Abajaiden Absolventen aus zweiter Generation geprägt, und so erteilte man Sylvanas schnell den Rat ihr Talent lieber noch getreuer in einer der nahen tatsächlichen Kolonien des Mittellands unter deren tatsächlicher Armee zu kultivieren.
Sylvanas war über diesen Hinweis zunächst verduzt. Wenn eine militarisierte Kolonie nur wenig weiter weg existierte, warum hatte der Lehrmeister in Nova Cataia sie dann nach Rashed Reprim geschickt? Hatte es etwas mit dem Fall von Nova Cataia zu tun? Aber der Lehrmeister war doch ein Loyalist gewesen, so dachte sie.
Die vorfreuliche Begeisterung angesichts der Möglichkeiten war jedoch zu überschwänglich, um diesen eigentlich sehr notwendigen Gedankengang zuende zu verfolgen. So gelangte Sylvanas über ein Schiff des Welthafens in Kalibah nach Lapis, einer mittelländischen Festung und Kolonie auf einer tropischen Insel, fast identisch zu ihrer Heimat bei Drakhun. ...Und schnell musste ihr klar werden, warum die Reise zu den Kolonien nicht der beste Rat gewesen war. Menschen wie sie, Freie aus dem wilden Südland, waren hier nicht gerne gesehen.
Kaum war sie im Hafen von Bord gegangen, wurde sie als einzige Passagierin beiseite gezogen und mehrfach unsinniger Fragen unterzogen. Oft wurden ihr Fragen über Namen gestellt aus einer Sprache, die sie gar nicht kannte. "Stehst du mit De'Vailette im Bunde?", "Sagen dir die Kor-Sachsen etwas?", "Die Waffe habt ihr doch der Gallerie du Pont abgenommen!". Dass ein 12 jähriges Mädchen genug Befähigung besitzen konnte allein versorgend reisen zu können, schien den Soldaten komplett unplausibel.
Da Sylvanas' Fähigkeit sich in der Zivilisation behaupten zu können ohnehin schon kaum entwickelt und nun von einem erneut aufflammenden Kulturschock zudem besonders gelähmt war, konnte sie einfach nicht widerstehen und schrie und drohte eventuell dem übergrifflichen Militär. So landete sie vom Hafen direkt im Kerker, - schon wieder -, anscheinend jedes Mal, wenn sie mit dem vom ihr verehrten Mittelland in Berührung kam.
Die Befragungen hörten auch hier nicht auf. Von dem, was Sylvanas über viele Auseinandersetzungen mit Verhörern und dem Belauschen der Kerkerwachen ausmachen konnte, wurde die Gegend von Piraten geplagt, die sich aufgrund der hervorragenden Fruchtbarkeit und Wilde des Landes praktisch überall sesshaft machen oder unauffindbar umherziehen konnten. Die Armee und speziell die Festung Lapis war damit beauftragt die Verluste durch Raubzüge in Grenzen zu halten und auf den Inseln langsam die Idee der Zivilisation durchzusetzen.
Trotz ihrer widrigen Umstände, hatte diese Erkenntnis eine plötzliche beruhigende Wirkung auf Sylvanas, die ihr bisherige Verzweiflung und Desillusionierung mit einem Schlag bannte. Die Armee hatte Grund sie für verdächtig zu halten, da besonders unschuldig aussehende Passagiere wie Kinder auch nicht selten als Spione für die Piratenklans eingesetzt wurden, von denen bekannterweise zu jeder Zeit dutzende in Lapis residierten.
Aber das war noch nicht der Grund. Stattdessen war sie hier in Lapis auf poetische Weise auf den Kern ihrer eigenen Reise vorgedrungen: Die zwei Weltwege; den Aufprall von Zivilisation und Anarchie. Was war besser, was passte zu ihr? Wenn irgendwo, hatte sie vielleicht hier die beste Chance sich ein umfassendes Bild zu machen.
Und es begann mit einem Wechsel im Denken.(IQ->12) Nachdem sie endlich die Motivation des mittelländischen Militärs nachvollziehen und dessen Sicht auf sie selbst nachvollziehen konnte, bot sie dem oft in ihren Verhören erscheinenden Obristen etwas an: Ob die Armee nun an ihre Unschuld glaubte oder nicht war einerlei. Fakt ist, sie machte als Kind, -und insbesondere als intelligentes und fähiges Kind-, eine exzellente Spionin. Lapis hatte Probleme mit verdeckten Piraten Akteuren, und solange Sylvanas versprach die Stadt nicht zu verlassen, würde sie dabei helfen diese ausfindig zu machen.
Dies traf in der Tat den Kern der Motivation des Obristen, der in einer stark umwallten Stadt wie Lapis kein Problem damit sah ihre Zelle etwas zu erweitern und sich zu höherem Zwecke nützlich zu machen. "Die Haifischjagd mit dem Hering", wie er sagte. Sylvanas arbeitete fortan als Informantin, und gelegentlich als Diebin bei der Beschaffung von relevanten Beweisen.
(Gassenwissen->18, Grundkenntnisse 6+ für erste Gesellschaftstalente wie Menschenkenntnis, Überreden, Verkleiden)
Ein weiterer sehr willkommener Nebeneffekt war, dass sie Zugang zu den Barracken hatte, und obwohl sie nicht wie ursprünglich gewünscht unterrichtet werden konnte, erkannten die hiesigen Soldaten ihre Bemühung um korrekte mittelländische Kampfkunst an und erklärten sich mehrfach bereit mit ihr die Grundwaffen in echten Auseinandersetzungen mit nachfolgenden Tipps zu üben. (FeW->14 in 1H+2H Schwerter, Hiebwaffen, Speere und Raufen)
Zufrieden stellte Sylvanas auch hier fest, dass sie bereits seit langem auf dem richtigen Weg war, und trotz ihrer Jugend einen würdigen Gegner in Geschick aber auch Stil für einfache wehrpflichtige Soldaten darstellte, - wohl aber noch längst nicht für die wirklich professionellen Berufssoldaten der Spezialeinheiten. Ihre Begeisterung für den Kampf und mittelländische Tradition wurde über die Zeit so offensichtlich, ja sogar vorbildlich, dass sie nicht nur Stück für Stück den Status eines Barrackenmaskotchens annahm, sondern auch immer offensichtlicher in den Augen der Offizieren ihre Unschuld bewies.
Unmöglich dass all die Begeisterung immer gespielt sein konnte. Unmöglich dass eine anscheinend geborene Patriotin eigentlich ein Spielstein der Piratenklans war.
Und so kam es, dass der Obrist sich nicht erwehren konnte sie mehr und mehr als Segen zu begreifen. Ihre Informantendienste waren drittklassig, aber zweifellos nützlich. Doch Moral in der Garrison und sogar Ehrgeiz waren nie höher gewesen.(Denn niemand wollte dem jungen Mädchen unterliegen; weder im Kampf, noch Patriotismus) Ein letztes Mal zitierte der Obrist Sylvanas zum "Verhör", ließ sie ihre Geschichte noch einmal vortragen. Kommt aus der Gesetzlosigkeit; Will die Zivilisation sehen; Begeistert von Bauten, Schiffen, Maschinen, und all dem Metall, und dass man lernen kann damit zu kämpfen.
Mhm, mhm, er hatte es oft gehört, aber jetzt glaubte er es. Mit schwungvollem Arm beendete er ihren Dienst bei der Festung, indem er sein Siegel auf ein Dokument setzte, dass ihr vorläufiges Abschiedsgeschenk sein sollte. Trotz ihrer unerhörlichen Jugend hatte Sylvanas einen Marque Titel erworben, der sie autorisierte im Namen der Garrison frei zu reisen, und sich in gewisser Weise als Söldnerin oder unter Umständen der Piratenjagd auch als Akteurin der mittelländischen Armee auszuweisen.

Alter 13:
Die persönliche Empfehlung des Obristen bahnte Sylvanas den Weg für die Teilnahme an einer Expedition mit einer Söldner gefüllten Fregatte entlang der östlichen Insel und Neu Unfalat. Dort angekommen stellte sich der Gouverneur allerdings als alles andere als ein Edelmann heraus, und schnell erahnte Sylvanas den Grund, warum nur Söldner anstatt echte Marinesoldaten in diese Region entsandt wurden. Obwohl es ihr vor Antritt der Reise schien als ob der Obrist ihr endlich vertraute, sprach diese Entwicklung womöglich dafür, dass er sie immer noch als Teil einer Zwielichtklasse - teils zivilisierter Kombatant, teils anarchistischer Glücksritter ansah. "Man darf Zivilisationsmenschen wirklich nicht unterschätzen" ging es ihr durch den Kopf, insbesondere die Anführer und Entscheidungsträger dieser Systeme.
Falls diese Einschätzung stimmte, hatte der Obrist natürlich völlig Recht. Ihre Faszination für mittelländische Kultur und Errungenschaften galten lediglich deren Existenz und Wunder, nicht der Sache selbst. Auch der Hauptmann und Kapitän der Söldnergruppe schien diesen Umstand zumindest teilweise zu durchschauen, als er sie vom Tageshandwerk der Menschenjagten des Gouverneurs ausschloss und stattdessen als zusätzliche Leibwache für das wahre Handelsgeschäft der Region eintraute: Das Hehlen mit der Beute.
In Neu Unfalat liefen viele Schiffe an, darunter eine verdächtige Anzahl mit Flaggen von Handelskompanien, von denen niemand jemals gehört hatte. Zur Überraschung von Sylvanas stellte sich die mit dem Segen der Südflotte entsandte Söldnerfregatte ebenfalls als ein ähnlicher Kunde heraus, beauftragt anscheinend Teile äußerst wertvoller Beute unter Austausch eines "Trostpfands" für ihre ursprünglichen und missenden Besitzer wiederzubeschaffen. (und bei weiteren Geschäften wegzusehen)
Mittels eines zweiten, vom Gouverneur gestellten Schiffes nahm Sylvanas mit einer kleinen elitären Untereinheit nun Teil an einer solchen Wiederbeschaffungsmission Richtung eines der größten Piratenhorte der Südinseln. Unter der codierten Flagge des Gouverneurs waren Anreise und Einlass risikofrei, da die Piraten wussten, dass diese Route ihre persönliche Versorgungsader und tatsächlicher Goldtausch war.
Sylvanas' Verbindung zum Hauptmann war unterdes von genug Vorsicht geprägt, trotz des unsäglichen Vertrauensvorschusses taktisch nicht zu viele Fragen zu stellen. Angekommen in der wandernden Piratenfestung allerdings, war es offenbar ihre Mission sich als umgekehrte 'kindartige' Spionin wieder unter die Piraten und Südländer zu mischen, mit denen sie ob ihrer Herkunft bequem umzugehen vermochte. Dem Hauptmann war es wichtig eine gewisse Warenliste abzuarbeiten, und zuvor den Bestand, Ort und Umstände der Güter zu ermitteln, was Sylvanas die Chance gab gleichzeitig auch ein paar andere dringende Fragen zu stellen.
Anders als das anarchistische Drakhun mit seiner von der magokratischen Elite geprägten Natur, waren die Piraten der Südinseln obwohl teils Abajaiden, hauptsächlich ebenfalls mittelländisch geprägt, denn nur dort existierte die notwendige Navigationstechnologie, um bei diesen Reisen langfristig genug sicher zu bleiben. Sylvanas brannte zu erfahren, wieso dieselbe hartgesottene, piraten-paranoide Südflottenmarine plötzlich offensichtlich an den Geschäften derselben teilnehmen konnte.
Der Grund lag bereits seit Wochen in ihren Händen: Der Marque Titel war ausgewiesen auf das Kaiserreich. Die mittelländische Zivilisation war jedoch kein Monolith, und tatsächlich gab es mindestens drei größere und einige weitere kleine kulturell mittelländische Nationen, die allesamt um Territorien, Ressourcen und Reichtümer der Südinseln stritten. Da sich jedoch keine dieser Interessenten über ferne, grenzenlose Regionen in kostspielige Landkriege daheim verwickeln lassen konnte, wurde der Konflikt inoffiziell geführt.
Als Sylvanas in einer der Spelunken genug Vertrauen in das Etablissement empfand um ihren Marque Titel zu erwähnen, brachten einige der Patronen lachend ihren eigenen Marque Brief hervor. Ja, der Titel ermächtigte zur "Piratenjagd", aber eigentlich besagte er im Detail, dass eine Gruppe hiermit autorisiert war "Gegenangriffe und andere Maßnahmen der Vergeltung für Übergriffe" durchführen zu können, was eigene Piraterie durch 'Vergeltung gegen feindliche Handelsmächte' ebenfalls mit einschloss. In Wahrheit ermöglichte dieser Brief also erst das Problem, das er auf den ersten Blick lösen sollte, und bewirkte noch mehr: Der Krieg der Nationen um die Kolonien erreichte hierdurch niemals das Niveau eines offenen Konflikts. Die Inhaber der Titel waren keine Agenten der Kronen, sondern weiterhin Privatpersonen, deren Tätigkeiten bei Notwendigkeit jederzeit denunziert und abgestritten werden konnten.
Erstaunt musste Sylvanas entdecken, dass selbst die Piraten zum überwiegenden Teil alles andere als nur Glücksritter und Außenstehende der Zivilisation waren. Die großen Reiche hatte eine Methode gefunden Krieg zu führen, ohne Krieg zu führen, indem sie die anarchischen Teile selbst in das System eingliederten und an paradoxiegesponnene Marionettenfäden legten.
Und als solche waren natürlich alle zivilisierten Mächte, inklusive der Marine in Lapis im Piratengeschäft tätig. Man mochte dort lediglich keine "anderen" Piraten.
Ihr kam das Bildnis einer Maschine zu Gedanken, in der noble, stählerne Zahnräder mit ein paar Rädern aus Bambus und Holz zusammenwirkten. Anscheinend fand sich dieselbe Barbarei, - das Ringen und Ausspielen das Recht des Stärkeren -, auch in den zivilisierten Mächten wieder; dasselbe Spiel nur auf mysteriös erreichtem höheren Niveau.

Sylvanas war glücklich. Ihr Horizont erweiterte sich wortwörtlich über das Meer in diesem überraschenden Zuwachs an Weltverständnis. Sie hätte es als ein starkes Empfinden des Erwachsenwerdens beschrieben, wenn sie nicht zahllose Erwachsene kennen würde, die niemals über den Rand ihrer Schuhsohlen hätten hinausblicken können, und von alledem niemals etwas wissen würden.
Weiterhin erahnte sie, wovon Herrscher und Nobilität ihr eigenen Überlegenheitsempfinden ableiten mochten. Hatte nach Sylvanas' eigenen Ethik zufolge Menschen mit überlegener Einsicht, - einer Form von Stärke -, nicht das Recht diejenigen zu manipulieren, die diese Prozesse nicht durchschauen konnten?
Aber sie war immer noch 13, und wusste zu wenig. Den Anzeichen nach, würden noch zahlreiche weitere weltumstoßende Einsichten dort draußen lauern. Sie sollte mehr Aufmerksamkeit darauf lenken, den als Weisen empfundenen zuzuhören.
Nachdem Sylvanas ihren Auftrag fehlerfrei abschließen konnte, bat sie den Hauptmann in der Festung verbleiben zu können. Diese Anfrage schien auf keinerlei Überraschung zu stoßen und wurde mit einem Lächeln und leichter Entlohnung bewilligt. Erneut war ihr, als hätte man sie komplett durchschaut. Der Obrist schien zunächst wenig fähig, da er sie offensichtlich fehlerhaft als einen Teil der Piraten eingeschätzt hatte, aber nun war sie auch darüber nicht mehr sicher. Immer mehr zeichnete sich ab, dass die wirklich Weisen imstande waren mehrere Schritte im Voraus zu sehen, und auch falsche Fehler in ihre Pläne miteinzubeziehen war sicher nicht außerhalb des Möglichen, nein sogar nach Sylvanas' eigenem Verständnis die erste Sache, die sie in einer Täuschung verwenden würde, wäre sie zum gleichen Denken fähig. Erstaunlich dass Menschen ihren Verstand so kultivieren konnten, als wäre es auch nur ein trainierbarer Muskel.(IQ->14) Mit dem Unterschied natürlich, dass ein Training in Einsamkeit hier unmöglich war, und stattdessen Stress durch die Anforderungen der Welt selbst benötigte.

Sylvanas hatte nun bereits ein paar Freunde vor Ort und erfuhr schnell von einem Platz, an dem sich viele kampfeslustige Gestalten aus aller Welt trafen um sich - anscheinend ohne Regeln - testweise zu duellieren. Da hier sowohl der mittelländische Stil, als auch eine Aberration desselben in eine sehr praxistaugliche Echtkampf Realität vorherrschte, war es ihr natürlich unmöglich dem Reiz der Gelegenheit sich zu Entwickeln zu widerstehen.
Zahlreiche kompromisslose säbelschwingende Matrosen später, hatte sie durch überwiegende Siege ihren Veteranenstatus und Respekt zementiert. (FeW->16 in 1H+2H Schwerter, Hiebwaffen, Speere und Raufen)
Kurz darauf fand sie sich verbunden mit einer elfischen Piratenoffizierin, die ebenfalls in einer ähnlichen Situation wie sie zu sein schien, - nur einige Jahre weiter voran. Auch sie kam von außerhalb der menschlichen Zivilisation und fand ihren Anschluss hauptsächlich durch die etwas offeneren Tore der 'Geduldeten'. Durch tägliche Duelle mit dieser Meisterin verschiedener Waffen erreichte Sylvanas Einsicht in aller Art nützlicher unkonventioneller Kampfweisen der Piraten, die vor allem für Personen mit nachteiligem physischen Aufbau aber hoher Beweglichkeit wie sie und die Elfin gut geeignet waren.(FeW->18 in allen 5 Stilen über das eigentliche Ziel hinaus)
Die Situationsverwandschaft zwischen ihr und der elfischen Offizierin, hier an diesem bemuskelten Raufbold reichen Ort, führte zu Kommunikation über zahlreiche andere Teile der Welt, von denen Sylvanas bisher noch nirgends etwas gehört haben konnte. Elfen schienen zum Beispiel ein separater doch gleicher Bestandteil des Kaiserreichs der Mittelländer zu sein, und waren auch sonst mit allen anderen Königreichen und der allgemeinen mittelländischen Kultur tief verbunden. Ähnliche auf Beweglichkeit basierende Kampfstile sollte es außerdem in den Reichen des fernen Ostens geben, die von vielen als die Besten oder zumindest Motiviertesten in Sachen Schwertkultur anerkannt wurden.
Die Offizierin verriet ihr, dass sich bei diesen außerdem sehr von Seefahrt geprägten Kulturen oftmals Rekruten für die hiesigen Piraten einfanden, gab ihr aber auch zu verstehen, dass sie für den Gegner, den sie im Sinn hatte, noch nicht bereit war.

Derweil braute sich für Sylvanas eine weitere Lebenslektion zusammen. Bisher hatte eine Kombination von Patronenschutz der Schmuggler, offiziellem Mark der Südflotte und einer generell beeindruckenden frühreif dreisten Kompetenz ihr den nötigen Respekt verschafft, um sich in diesem Hafen der gesetzlosen Freigeister als 13 jährige mit ein paar Freunden sicher zu bewegen. Ihr weiterer Zuwachs an Kompetenz durch die zahlreichen gewonnenen Kämpfe, hatte jedoch einen überraschenden Nebeneffekt, beziehungsweise ein Kippmoment erzeugt: Unter den Piraten galt auch das Gesetz der Neider. Bis zu einem bestimmten Moment führte Erfolg zu Respekt, aber überflügelte man das Mittelmaß zu weit, entstand Druck durch diejenigen, die wussten, sie könnten ihren eigenen Selbstzweifel Frust ganz einfach durch Menge wettmachen, und sich "rächen". (später sollte sie lernen, dass diese Geste unter Gelehrten als "Korsaren-Sozialismus" bekannt war)
Im Allgemeinen war dies der Punkt, an dem die Besseren der Piratengesellschaft auf natürliche Weise den Schutz durch eine größere Gruppe, Bande oder Crew suchten, doch Sylvanas war zu unabhängig, und ahnte als Zivilisationsfremde nichts von dieser sozialen Mechanik.
So kam es, dass sie eines Tages auf einer kleinen Schifffahrt von einer Gruppe derselben Piraten ins Visier genommen wurde, deren Mitgliedern sie einzeln bereits am blutigen Strand die Niederlage serviert hatte. Trotz des Überfalls herrschte immer noch ein gewisser Grundrespekt, oder vielleicht auch ein Gefühl des Jugendschutzes(?), und so zwang man Sylvanas lediglich zu einem zähneknirschenden Eingeständnis der Niederlage und dem aushändigen ihres außergewöhnlichen Langschwertes. Es war ihr ganzer Stolz, - sie hatte ihm noch immer keinen Namen gegeben.

Sylvanas verbrachte den Rest der Schifffahrt damit zu sinnieren, was falsch gelaufen war. Das sie den Schutz von anderen gebraucht, oder weniger auffällig hätte vorgehen sollen, waren zwar Gedanken, die sie berührten, aber die sie in ihrem Stolz noch nicht zulassen wollte. Eigene, überwältigende persönliche Stärke war ihr Ideal. Das Recht des Stärkeren, selbst gegen eine Mehrheit.
Sie musste besser werden. Eine verführerische Schlussfolgerung, die die anderen, ihr nicht so attraktiven, verdrängen konnte, war dass sie offensichtlich immer noch keine formale Ausbildung in dem von ihr idealisierten mittelländischen Stilen absolviert hatte. Offensichtlich hätte sie sich erwehren können, wenn es anders gewesen wäre.
Da also das Zurückkehren in den Piratenhafen unter den überworfenen Verhältnissen ohnehin nicht möglich war, nahm Sylvanas nun das nächste Land der mittelländischen Kultur ins Auge, um endlich den Traum zu erfüllen.

Alter 14:
Von Belvedere führte die Überfahrt direkt nach Nathania, - größtem Hafen und Zentrum der Südflotte für das eigentliche Ursprungsland der heutigen mittelländischen Kultur. Obwohl dank der Vorgewöhnungen durch andere besuchte große Städte der Kulturschock dieses Mal deutlich geringer ausfiel, gab es doch einige Dinge, die ihre Fantasie auch nicht größer hätte malen können.
In Drakhun hatte sie Imitationen der bunten Marmortempel in Format von Fassaden oder vielleicht einem Gazebo-Pavillon sehen können. Hier bestanden fast alle Gebäude mit gemeinschaftlicher Funktion, - Tempel, Markthallen, Gerichte, Wachen, Verwaltungen - , alle aus monolithischem aber auch warm wirkendem noblen Stein.
Darüber hinaus die Sauberkeit. Diese Stadt war wahrscheinlich größer, als jede andere, die sie bisher besucht hatte, jedoch bewirkten ein System von Aquädukten, Kanalisation und eine Kultur öffentlicher Sorgfalt, dass es reinlicher zuging als selbst in den bestens organisierten Gehöften, die ihr bisher bekannt waren.
Dazu Parks oder Gärten, - eingezäunte, beherrschte Natur -, domestiziert wie sonst Nutztiere. Ihnen wurde der Trick beigebracht so schön auszusehen, und so pfleglich zu sein wie möglich.
Im Vergleich zu allen anderen Orten, zeigte sich Nathania wie eine Stadt aus einem Bilderbuch. Jede Ladenfassade geschmückt, jeder Brunnen mit Statuen und Ornamenten versehen, jeder Aussichtspunkt eine Flut von Farben und doch eindrucksvoller Ordnung.

In guter Entdeckerlaune verbrachte Sylvanas ein paar Tage ihre Ausrüstung wieder aufzufüllen. Trotzdem sie ein mittelländisches Land besuchte, schien es nicht einfach zu sein selbst in dieser großen Stadt einen Ersatz für ihr meisterlich gefertigtes Schwert aufzutreiben, und so gab sie sich zunächst mit einem Exemplar aus den Sammelfässern zufrieden.
Durch einiges Herumfragen, fand sie zudem heraus, dass in diesem Land einfache Schwertkampfstile etwas aus der Mode gekommen waren. Das Militär hier schien sich auf schwere Stangenwaffen wie Hellebarden zu konzentrieren, da Formationskampf affine Waffen für große Mengen von Soldaten von größerem Vorteil waren. Einzelne Kämpfer wie die Nobilität hingegen zogen leichte Fechtkampfstile vor, die in einer Welt mit wenig behindernder Rüstung schnelle Siege durch einzelne Treffer versprachen.
Für Sylvanas waren beide diese Optionen natürlich unakzeptabel und enttäuschend. Ihr Kampfstil musste in vielen Situationen anwendbar bleiben, und konnte sich unter keinen Umständen auf die Stärke anderer verlassen.
Zum Glück erfuhr sie schnell, dass es unweit von Nathania eine alte, kaum noch respektierte Kriegerakademie in der Stadt Siorac geben sollte, die noch immer Schwert- und anderen traditionellen Waffengang lehrte. Zeitgleich sollte diese Schule trotz des Akademiestatuses glücklicherweise mittlerweile dem einfachen Bürgertum offenstehen, und erweiterte Kurse in anderen Waffenarten in Kollaboration mit der Nachbarstadt Droux anbieten. Der Pfad schien also offensichtlich: Sylvanas reiste nach Droux und Siorac, um sich für ein Jahr an der königlichen Akademien einzuschreiben.

Sylvanas war die Reaktionen schon gewohnt, aber auch hier war man wieder ausgesprochen überrascht eine junge Dame mit dermaßen viel Vorarbeit in Sachen Waffenführung vorzufinden. Schnell strich man ihr den üblichen Ausbildungsplan für Erstjahrskadetten zusammen und gab ihr zu verstehen, dass sie stattdessen die Meisterzertifizierung anstreben sollte.
Obwohl diese Offerte im ersten Moment nur gierigen Speichel und inneres Kichern bei Sylvanas hervorriefen, musste sie sich allerdings auch schnell ein paar unliebsamen Konsequenzen dieser erzwungenen Abänderung stellen: Eine Meisterzertifizierung war ungleich teurer. So teuer, dass ihre Ersparnisse nicht ausreichen sollten.
Bisher war Sylvanas größtenteils in den ihr heimischen südlichen Gefilden verreist, wo ihre als Kind antrainierte Kompetenz as Pfadfinderin ihr immer ein gewisses Einkommen garantieren konnten. Nun aber war sie am Überlegen, wie sie dieselben Talente anwenden konnte, um sich auch in diesen Subtropischen Ländern noch durchzuschlagen.
Eine Sache, die ihr auffiel, war dass durch den Hafenanschluss von Nathania weiterhin eine gute Versorgung mit allerlei Pflanzen aus den ihr bekannten Ländern herrschte, gleichzeitig aber nur weniger Personen hier firm waren, diese auch korrekt zu behandeln. Es fiel daher nicht schwer die hiesige Alchemistengilde ob ihrer Herkunft zu überzeugen, dass sie beim Sortieren von nützlichen und gefährlichen Pflanzen zu helfen vermochte.
Schnell jedoch erregte dieser Einsatz Aufsehen, und bald schon fand sich Sylvanas verdächtiger Weise fast ausschließlich beim Sortieren von immer mehr giftigen Pflanzen, Früchten und Extrakten. Schließlich sollte sie sogar Trocknung, Einfettung oder sonstigen Verfeinerung derselben übernehmen.(Arbeit als Giftmischerin. Pflanzenkunde->18, Alchimie->12, Giftheilung->12, Anatomie->10)
Es war nicht zu übersehen, dass sie schon wieder in die Hände solcher getrieben war, die ihre Herkunft als eine Garantie für verlässliche Komplizen daher nahmen. Nachdem Sylvanas endlich Rede forderte, stellte sich heraus, dass aus der Alchemistengilde in Siorac ein kleiner Schmugglerring operierte, der über Seerouten mit halb legalem Segen viele südländische Produkte konservierte und an weitere mittelländische Länder verteilte. Eigentlich war es wenig überraschend, dass so ein Ort an erster Handelsstation mit dem Süden in irgendeiner Form existieren musste, also erzählte Sylvanas nur schulterzuckend von ihrer eigenen Erfahrung mit Schmugglern bisher, ihrem Markbrief und Absichten vor Ort.
Die Betreiber der Gilde zeigten sich entzückt, gewannen Vertrauen, und übertrugen Sylvanas neben der gelegentlichen Überwachung der Produktion nun auch den Schmugglerkontakt selbst. (Abwechselnd Arbeit als Leichtmatrose und "Pirat". Seefahrt 14->22, Holzbearbeitung 10->16, Seiler 6->14, Klettern->12)

Derart in Droux und Siorac etabliert, hatte sie ihr eigentliches Ziel unerwartet bei Weitem übertroffen. Nicht nur, dass das Geld für die Meisterprüfungen reichen sollte, es sammelten sich sogar erhebliche Ersparnisse an, die Sylvanas nur zu gerne für weitere Reisen und einen späteren Versuch ihre verlorene Waffe zu ersetzen zurücklegte.
Nach einer verkürzten Zeit von 9 Monaten fokussiertem beaufsichtigtem Trainings in der Akademie, konnte Sylvanas endlich behaupten einen wirklich mittelländischen Stil in allen formalen Fundamenten gemeistert zu haben.
(FeW->22 für 1H+2H-Schwerter, Speere, Hiebwaffen und Raufen, GE->19, ST->18)
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